Viele merken erst beim Reinigen, wie viel sich über die Jahre angesammelt hat. Man pumpt den Tank leer, leuchtet mit einer Taschenlampe hinein – und sieht eine dunkelbraune, schleimige Schicht am Boden, die sich beim Berühren wie nasser Sand anfühlt. Das ist der Moment, in dem klar wird, warum das Wasser so gerochen hat.
Die gute Nachricht: Ein Regenwassertank lässt sich auch nach längerer Vernachlässigung wieder in einen sauberen Zustand bringen. Es braucht etwas Aufwand – aber kein Spezialwissen.
Wann sollte man anfangen?
Wenn der Tank deutlich riecht, ist das der offensichtlichste Anlass. Aber auch ohne Geruch sollte ein unterirdischer Regenwassertank alle zwei bis drei Jahre gereinigt werden – unabhängig davon, wie das Wasser optisch aussieht. Schlamm setzt sich langsam ab und baut sich nicht von selbst ab. Je länger man wartet, desto mehr Aufwand entsteht bei der Reinigung.
Ein weiteres Signal: Wenn die Pumpe läuft und das Wasser plötzlich trüb oder stark riechend aus dem Auslauf kommt, ist meistens der aufgewirbelte Bodenschlamm die Ursache.
Schritt 1 – Tank vollständig leeren
Vor jeder Reinigung muss der Tank so weit wie möglich entleert werden. Eine einfache Gartenpumpe reicht dafür oft nicht aus, weil sie das letzte Wasser mit dem darin enthaltenen Schlamm nicht mehr fördern kann.
Besser geeignet ist eine Schmutzwasserpumpe oder Tauchpumpe, die auch dickflüssigere Restmengen abpumpen kann. Manche Pumpen haben eine einstellbare Ansaughöhe oder einen Flachsaugmodus – das hilft, auch den letzten Zentimeter Wasser und aufgeschwemmten Schlamm zu erfassen.
Das abgepumpte Wasser riecht oft intensiv. Wenn möglich, direkt auf einer Grünfläche oder im Garten verteilen – nicht ins Abwasser einleiten, wenn der Tank stark belastet war.
Schritt 2 – Schlamm mechanisch entfernen
Was nach dem Abpumpen am Boden bleibt, ist in der Regel eine zähe Schlammschicht. Diese lässt sich nicht einfach wegspülen. Man muss sie manuell lösen – mit einem langen Stiel, einem weichen Schrubber oder einer speziellen Tankreinigungsbürste.
Bei größeren Tanks oder tiefer Einstiegsmöglichkeit kann man direkt einsteigen. Dabei unbedingt auf ausreichende Belüftung achten – in geschlossenen Behältern kann sich Faulgas ansammeln. Den Deckel oder die Einstiegsöffnung für mindestens 30 Minuten vor dem Einsteigen vollständig öffnen. Niemals alleine in einen Tank einsteigen.
Bei kleineren Kunststofftanks ohne Einstiegsmöglichkeit hilft ein flexibler Schlauch oder ein langes Reinigungswerkzeug durch die Öffnung.
Schritt 3 – Innenwände abspülen
Nachdem der grobe Schlamm entfernt ist, werden die Innenwände mit klarem Wasser abgespült. Ein Hochdruckreiniger ist hier sehr effektiv – er löst den Biofilm von den Wänden, der sich mit einem einfachen Wasserschlauch kaum entfernen lässt.
Falls kein Hochdruckreiniger verfügbar ist: mehrfach mit klarem Wasser auffüllen, kräftig durchwirbeln und wieder abpumpen. Das kostet mehr Durchgänge, funktioniert aber.
Schritt 4 – Biologischen Reiniger einsetzen
Nach der mechanischen Reinigung lohnt sich ein biologischer Zisternenreiniger, der Biofilme und organische Rückstände enzymatisch abbaut. Diese Produkte werden nach Hersteller-Anweisung dosiert, das Wasser danach einige Stunden einwirken lassen und anschließend wieder abgepumpt.
Wichtig: Keine aggressiven Chemikalien wie Chlor oder Desinfektionsmittel verwenden. Diese können die Kunststoffoberfläche angreifen und hinterlassen Rückstände, die langfristig neue Probleme verursachen.
Schritt 5 – Filter und Zulauf kontrollieren
Eine Reinigung ohne anschließende Filterkontrolle ist eine halbe Sache. Wer jetzt nicht prüft, ob der Vorfilter am Zulauf noch funktioniert und sauber ist, hat den nächsten Geruch bereits vorprogrammiert.
Ein Zisternenfilter oder Laubfilter am Zulauf ist das wichtigste Mittel gegen erneuten organischen Eintrag. Er hält Laub, Pollen und groben Schmutz zurück, bevor dieser in den Tank gelangt.
Nach der Reinigung
Ein frisch gereinigter Regenwassertank riecht zunächst neutral bis leicht erdig – das ist normal. Nach dem ersten Befüllen kann das Wasser leicht trüb sein. Dieser Effekt legt sich nach kurzer Zeit, wenn das aufgewirbeltes Feinsediment sich absetzt.
Wer die Reinigung konsequent alle zwei bis drei Jahre wiederholt und den Vorfilter regelmäßig kontrolliert, wird in den meisten Fällen keinen erneuten Geruchsanlass haben.