Regentonne reinigen – Schritt für Schritt gegen Geruch und Schlamm

Eine Regentonne reinigen klingt nach einer halben Stunde Arbeit. Wasser raus, kurz ausspülen, wieder befüllen. In der Praxis reicht das meistens nicht – und genau deshalb riecht die Tonne im nächsten Sommer wieder genauso wie zuvor.

Wer den Geruch wirklich loswird, muss etwas gründlicher vorgehen. Es ist kein großer Aufwand, wenn man weiß, worauf es ankommt.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Am sinnvollsten ist eine Reinigung im zeitigen Frühjahr – bevor die Gartensaison richtig beginnt und bevor sich die ersten Algen durch steigende Temperaturen etablieren können. Wer im Herbst reinigt, startet zumindest schmutzfrei in die Winterpause.

Wenn die Tonne bereits riecht, ist der richtige Zeitpunkt sofort. Ein Abwarten macht es nicht besser.

Schritt 1 – Wasser vollständig ablassen

Das Wasser muss komplett raus. Bei einer Regentonne mit Auslaufhahn geht das einfach – Hahn auf, Wasser in den Garten oder auf die Grünfläche ablaufen lassen. Das letzte Restwasser mit dem aufgeschwemmten Schlamm lässt sich oft nicht mehr über den Hahn ablaufen, weil der Hahn etwas oberhalb des Bodens sitzt.

Für den Rest eignet sich eine kleine Tauchpumpe, die auch flache Wasserstände noch abpumpen kann. Alternativ: die Tonne vorsichtig kippen, wenn das Gewicht es erlaubt.

Schritt 2 – Schlamm vom Boden entfernen

Am Boden liegt meistens eine braun-schwarze Schlammschicht. Die ist die eigentliche Geruchsquelle – und die lässt sich nicht wegspülen. Sie muss mechanisch gelöst werden.

Ein langer Stiel mit einer weichen Bürste oder einem alten Schwamm reicht für die meisten Standardtonnen. Bei engeren Öffnungen hilft ein flexibler Reinigungsschlauch. Den Schlamm in einen Eimer schöpfen oder mit wenig Restwasser aufschwemmen und abkippen.

Nicht in den Ausguss oder ins Abwasser – der Schlamm gehört in den Kompost oder auf die Erde. Er ist organisch und vollkommen unbedenklich für den Garten.

Schritt 3 – Innenwände reinigen

Nach dem Schlamm kommen die Wände. Auf der Innenseite hat sich mit der Zeit ein Biofilm gebildet – eine dünne, oft leicht schleimige Schicht aus Bakterien und organischen Rückständen. Die ist für das Auge kaum sichtbar, riecht aber.

Mit einem feuchten Schwamm oder einer Bürste und etwas warmem Wasser lässt sich dieser Film gut abschrubben. Kein Spülmittel verwenden – Tensid-Rückstände im Gießwasser mögen Pflanzen nicht. Klares Wasser reicht völlig.

Wer hartnäckige Ablagerungen hat, kann einen biologischen Zisternenreiniger einsetzen – kurz einwirken lassen, dann gründlich ausspülen. Diese Mittel sind speziell für Regenwasserbehälter formuliert und hinterlassen keine problematischen Rückstände.

Schritt 4 – Gründlich ausspülen

Nach dem Schrubben wird die Tonne mehrfach mit klarem Wasser ausgespült. Mindestens zweimal – einmal um die gelösten Rückstände auszutragen, einmal als abschließende Klarspülung. Das Spülwasser riecht oft noch deutlich. Solange spülen, bis das ablaufende Wasser neutral riecht.

Schritt 5 – Zulauf und Deckel prüfen

Jetzt, wo die Tonne sauber ist, lohnt sich ein Blick auf zwei Punkte, die den nächsten Geruch verhindern:

Erstens der Zulauf. Wenn kein Filter montiert ist, gelangt ungefilterte Dachabspülung mit Laub, Moos und Schmutz direkt in die Tonne. Ein einfacher Laubfilter oder Einlaufsieb am Fallrohr hält den größten Teil des organischen Eintrags zurück. Wer einmal gesehen hat, was sich ohne Filter über eine Saison ansammelt, rüstet das schnell nach.

Zweitens der Deckel. Ein dicht schließender, lichtundurchlässiger Deckel verhindert Algenwachstum und hält Insekten, Laub und Staub draußen. Viele Standarddeckel sind entweder locker oder bestehen aus hellem Kunststoff, der Licht durchlässt. Ein Austausch oder Nachrüsten lohnt sich.

Nach der Reinigung

Frisch gereinigt riecht die Tonne neutral. Nach dem ersten Befüllen kann das Wasser leicht erdig riechen – das ist normal und legt sich. Wer jetzt regelmäßig reinigt und den Zulauf filtert, wird den intensiven Geruch in den meisten Fällen nicht mehr erleben.

Eine Reinigung pro Jahr – am besten im Frühjahr – reicht für eine normal genutzte Regentonne in der Regel aus.